Geschichte

1885-1927: Inseln St. Leger

Im Jahre 1885 erwarben Richard und Antoinette Fleming St. Leger die Brissago Inseln. Reste eines Klosters befanden sich damals auf der Insel, die von einheimischen Pflanzen überwuchert war. Zuerst wird das Haus instand gestellt, dann kümmern sich die neuen Besitzer um den Garten. Mit Booten wird gutes Erdreich und Mist auf die grosse Insel gebracht. Wege werden angelegt und subtropische Gewächse angepflanzt.
1897 verlässt Richard Fleming seine Frau. Er zieht nach Neapel. Nach dem Ersten Weltkrieg gerät Madame St. Leger in Folge erdrückender Schulden in eine ausweglose Situation. Sie muss die Inseln verkaufen und zieht zuerst nach Ascona, später nach Intragna. Dort stirbt sie als Sozialhilfeempfängerin am 24. Januar 1948.

1928-1949: Max Emden

Max Emden besass keine ausgesprochene Leidenschaft für Botanik und Gärtnerei. Er pflegte eher die Lebenskunst und den Genuss. Ihm kommt aber der Verdienst zu, das herrliche Palais geschaffen zu haben, welches die grosse Insel bis heute dominiert. Die Villa Emden wurde an der Stelle des ehemaligen Konvents mit auserlesenen Materialien gebaut: Vom weissem Carrara-Marmor im Spiegelsaal und im Treppenaufgang bis zum reich verzierten florentinischen Bodenbelag im Roten Saal. Max Emden kommt zudem zu Gute, dass er an der Anlage des Parks und der exotischen Vegetation keinerlei Veränderungen vorgenommen hat. Die Architekten mussten das Gebäude der Pracht des Gartens anpassen.
Max Emden lebte bis 1940 auf den Brissago Inseln. Er starb in diesem Jahr in einer Klinik des Locarnese.

Seit 1950: Der Botanischer Garten des Kanton Tessins

Die Erben des verstorbenen Max Emden unterbreiteten dem Kanton Tessin 1949 eine Kaufofferte für die Brissago Inseln. Der Kanton, die Anstössergemeinden Ascona, Brissago, Ronco s/Ascona, der Schweizer Heimatschutz und der Naturschutzbund (heute Pro Natura) erwarben schliesslich gemeinsam die Brissago Inseln mitsamt der Villa.
Der Kaufvertrag, unterzeichnet am 2. September 1949, hielt weitblickend fest, “dass die Inseln und die Gebäude einzig zu Zwecken des Erhalts und Einrichtung von Naturschönheiten verwendet werden dürfen sowie für kulturelle, wissenschaftliche und touristische Absichte.”

Am Vormittag des 2. April 1950 öffnete der Botanische Garten erstmals seine Pforten für die Öffentlichkeit. Es war Palmsonntag.